In meinem Viertel hat man selbstverständlich von alledem weniger mitbekommen. Dementsprechend ruhig ging ich das Ganze an:
Ersteinmal im Internet über alles informieren, die Seite obama.dresden.de war dabei auch sehr hilfreich. Das Wichtigste für mich waren dabei die Sicherheitszonen - also wie nah komm ich denn wirklich ran?!
Am Abend ging es dann langsam los im Internet unruhig zu werden. Die Nachrichten über das Eintreffen des Präsidenten und die ersten Fotos waren schnell bekannt und online. Für mich aber eher nur am Rande interessant, da man nur mit viel Glück an der für die Öffentlichkeit unbekannten Route Obamas stehen würde. Freute mich deswegen über die Nachricht er sei eingetroffen und ging bald schlafen. Schließlig wollte ich am Nächsten Morgen rechtzeitig am Altmarkt sein.
Der Morgen begann erstmal unspektakulär, mein Viertel verhielt sich wie immer, nichts aussergewöhnliches am Geschehen im Amerikanischen Viertel Dresdens. Also schlenderte ich Richtung Hauptbahnhof um mir da meinen ersten Kaffee zu besorgen.
Am Tage zuvor hatte ich noch irgendwo gelesen, dass die Strassenbahnen extra Aufkleber mit der Aufschrift: "Welcome, Mr. President!" bekommen hatten, also stand schonmal ein "Fototermin" fest!
Zu meiner Überraschung hatten die Bahnen zusätzlich zu den Aufklebern auch noch einen Schriftzug in den Stationsanzeigen laufen. Davon hab ich natürlich auch gleich ein Filmchen gedreht ;-)
Am Pirnaischen Platz wußte man dann aber endlich, dass doch etwas grosses in Dresden passiert. Die Strassen waren voller Polizisten.
Davon jedoch unbeirrt lief ich in Richtung Altmarkt, wobei ich bemerkte, dass das Stadtmuseum seit Donnerstag kostenlosen Eintritt gewährte! Eine gute Aktion, jedoch muss ich der Reaktion eines Passanten zustimmen, der meinte: "Und warum nur freien Eintritt, weil Obama kommt? Warum nicht immer?"
In Irland war das mit dem Freien Eintritt in staatliche Museen ja schließlig auch festgelegte Sache.
Jedenfalls, ging der Barack dann bald die Frauenkirche besichtigen, was auch ausführlich kommentiert wurde, mein Interesse aber nicht allzulange befriedigen konnte. Ich machte mich also auf, um etwas an der Linie der Polizeiwagen in Richtung Theaterplatz entlangzuschlendern, immerhin übernachtete Barack da ja auch in der Nähe!
Interessiert verfolgten wir das Geschehen in ca. 300 Meter Entfernung. Die Limousine fuhr zuerst in den Zwinger hinein, kam bald wieder hinaus und drehte um. Die Lage wurde spannend für uns, die Scharfschützen auf dem Dach waren jedoch noch unverhältnismäßig ruhig. Ich dachte schon fast an ein Ablenkungsmanöver aus Sicherheitsgründen, wobei selbst der sich vor die Sicht stellende Reisebus meine Vermutung nicht unterdrücken konnte.
Bald jedoch wurden die Scharfschützen etwas aufmerksamer und auch die Polizei in unserer Nähe wurde aktiver. Für einen Moment dachte ich schon, sie würden uns bitten die Straße freizurämen, jedoch geschah nichts der gleichen. Im Gegenteil, die Limouse kam wieder in Bewegung und trotz der Sichtbehinderungen konnte man diese noch sehen.
Und das Warten wurde auch belohnt! Kurz darauf trat der Präsident aus dem Zwinger heraus, begleitet von Sicherheitsleuten, und stieg in die Limousine ein! *yahoo*
Den "Moneyshot" hab ich dabei zwar nicht gemacht, dafür fehlte mir einfach das Teleobjektiv, der Mann neben mir hatte da allerdings mehr Erfolg (und auch das richtige Objektiv). Nachdem die Limousine abgefahren war und die Polizisten den Rückzug antratten, sowie ein netter Polizist freundlich durch die Lautsprechanlage die Leute auf den Straßenbahngleisen bat, diese zu räumen, löste sich unsere kleine Gruppe langsam auf. Nicht jedoch ohne sich vorher die Bilder im Vorschaufenster anzuschauen - und dem Austausch von Emailadressen.
Ach wie ich moderne Technik doch liebe!
Die versprochenen Bilder waren schon bald in meinem elektronischen Briefkasten, werden jedoch nicht auf dem Blog erscheinen, da ich keine Rechte an den Bildern besitze.
Nun, da der Rummel vorbei war, ging ich ersteinmal wieder in Richtung Altmarkt, um zu schauen was da los war. Und wen wunderts? Der Markt war noch übersichtlicher als vorher.
Ich begab mich daraufhin in das Stadtmuseum und schaute mir deren Ausstellung an, als ich die Ausstellung wieder verliess waren die Sicherheitszonen auch schon aufgelöst, auch wenn sie offiziell noch weitere 7 Stunden bestand haben sollten.
Ich ging dann so langsam in Richtung eigenes Viertel, womit mein Tag zwar noch nicht endete, der Besuch Obama's jedoch schon ;-)
3 comments:
Gut geschrieben, klingt spannend... aber der Rummel ist mir echt ein wenig zu übertrieben... das würde in Amerika doch auch keiner für Angie machen... *kopfkratz*
!M
Danke fuer das Kompliment :D
Ja, gut aber so sind die Deutschen halt. Wobei ich schon sagen muss, ihn da zu sehen war ein Erlebnis, auch wenn ich mir gewuenscht haette, dass die Limo an uns direkt vorbeigefahren waer.
Ich verlang ja nicht, dass er einen Kennedy macht und da mit offenem Fenster oder offenem Verdeck langkommt...
aber als Mann des Volkes, wie er sich gern bezeichnet, waer es schon cool gewesen. Zumal Dresden ja auch Multinational ist: ergo da auch der ein oder andere Amerikaner rumstand :D
Zum Thema Angie: deswegen auch der kleine Kommentar im Post - hast du ihn gefunden?
Soo, ich geh jetzt waehlen, ist ja schon spaet genug dafuer :D
Hast du ja fein geschrieben.
Also scheint man ja doch die Möglichkeit gehabt zu haben, Mr. Obama zu erspähen. Ich hatte mich ja nun extra ins Ausland verkrochen aber ich glaube das hat mir der Präsident übel genommen. Jedenfalls als wir von der Schweiz weiter nach Paris gereist sind (wie es sich eigentlich für einen richtigen japanischen Touristen gehört- Drei Länder [NL war auch noch dabei] in einer Woche ;) war doch nicht tatsächlich am selben Tag auch der Obama da. Die Pariser hat das aber gar nicht so verzückt, jedenfalls fuhr der mit seiner Limousine ca. 2 Meter an uns vorbei und es gab keine Absperrungen. Nur durch die vielen Polizisten wusste man überhaupt das er es war. Hab auch fleißig Fotos gemacht, leider hat er sich aber nicht getraut mit offenem Fenster zu fahren, also sieht man nur das schicke Auto.
Ein Beweisfoto gibt es hier
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